22.2.2017 LAWINE. Gefahrenzeichen und Kameradenrettung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Elisabeth Etzler   

Unverspurte Hänge und Tiefschnee – das glitzernde Weiß das Wintersportler so sehr begehren. Aber Achtung, die Lawinengefahr darf man nie außer Acht lassen.
Richtige Ausrüstung, gute Tourenplanung und das Verhalten im Ernstfall ist für jeden Wintersportler wichtig. Zu diesem Thema veranstaltete die Bergrettung Lackenhof/Ötscher am vergangenen Wochenende eine Übung zu der auch unsere Skitourenpartner eingeladen waren.

Die Lawine – ein komplexes Thema, dass sich neben theoretischer Beschäftigung mit der Materie Schnee, Lawinengefahr, Gefahrenmuster, Verhaltensregeln, etc. und aus dem praktischen Lernen und Erfahrungen zusammensetzt. Nach diesen beiden Ansätzen wurde die Übung gegliedert.

In einem theoretischen Vortrag wurde am vergangenen Freitagabend die Grundlage für eine praktische Übung geschaffen. Neben dem technischen Hintergrund wie ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) funktioniert, der richtigen Ausrüstung und dem Erkennen der Gefahrenmuster wurde das Verhalten bei einem Lawinenabgang gezeigt. Oberste Priorität sollte sein keine Lawine auszulösen. Die Strategie „Stop or go“ – eine Entscheidungshilfe die das Risiko einer Lawinen Schritt für Schritt minimiert - wurde den Teilnehmern näher gebracht.

Am Sonntag wurde die am Freitag erlernte Theorie in die Praxis umgesetzt. Der Fokus lag bei der Kameradenrettung. In einer Schauübung zeigte die Ausbildungsleitung das schnelle Reagieren nach einem Lawinenabgang.
In drei Stationen – LVS-Suche, Schaufeltechnik und Sondieren – wurden gezielt die Schwerpunkte der Kameradenrettung herausgearbeitet und die Teilnehmer übten unter Anleitung der Ausbildungsleitung.

Dazu wurde am Traumschlag ein Lawinenkegel „hergerichtet“ und Puppen mit LVS Geräten vergraben. Beginnend von Signal- bis zur Feinsuche und dem Sondieren des Verschütteten wurde von jedem Teilnehmer ein Verschütteter geortet und sondiert.
Steine, Bäume, Erde oder doch ein Mensch – wie erkenne ich was ich sondiere? Mit einem sogenannten Sondierfenster konnten unterschiedliche Gegenstände sondiert werden. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem Erkennen einer verschütteten Person.
In einer weiteren Station wurde die neueste Schaufeltechnik erklärt. Unkoordiniertes Schaufeln im Ernstfall führt zu einer hohen Auswurfhöhe, Stufenbildung und wenig Effizienz. Lange Ausgrabzeiten und große Erschöpfung sind die Folge. Eine einfache und kraftsparende Schaufeltechnik wurde von den Teilnehmern in Kleingruppen geübt.

Die Ausbildungsleitung (Elisabeth Etzler, Mario Bös, Roman Oismüller) der Ortsstelle freute sich über das große Interesse der über 30 Skitourenfreunde die zusätzlich zu den Bergrettern an der Übung teilnahmen.